Deutsche Schriftsteller in Brasilien

 

 
Hier ist der Raum für Aufsätze, die ich meinen Lesern teils über den Newsletter zustelle oder an anderer Stelle publiziere, die nicht Umfang genug für ein Buch haben und deren Inhalt dennoch den einen oder anderen unterstützen und interessieren können. Manche Perle, die mir zugespielt wurde, manche Inspiration die vom blauen Himmel fiel, findet hier ihr Zuhause.

 

Populismus

Hat sich schon einmal jemand mit dem Begriff „Populismus“ auseinandergesetzt? Der ist ja im Moment in aller Munde. Jetzt kommen die Populisten, rechter Populismus … muss also eine ganz schlimme Sache sein, wenn man sogar einen gewählten amerikanischen Präsidenten als ‚Populisten‘ beschimpft.
„populos“ aus dem lateinischen bedeutet auf Deutsch einfach „Volk“. Aha! Zwischen Politikern und Volk – das ist ja klar – sollte es so wenig wie möglich Berührungspunkte geben. Der Populist hingegen stellt sich in seinen Aussagen so dar, dass er sich für die Belange, Nöte und Sorgen des Volkes interessiert und dafür Lösungen in seiner Politik erarbeitet. Das muss den Eliten ein Dorn im Auge sein.
Die Merkelregierung stellt sich ja eher so dar, dass sie die einzige ist, die genau weiß, was gut oder schlecht für das Volk ist – da braucht sie gar nicht auf die Interessen und Probleme der Leute zu hören, weil … die weiß das ja alles eh schon.
Aber sag mal, wie ist das denn seit siebzig Jahren im Wahlkampf bei den Parteien? Die erhaschen sich die Wählerstimmen doch auch mit Wahlversprechen, die genau auf die Sorgen der Bürger zugeschnitten sind, wie weniger Steuern und Abgaben, bessere Luft, besseres Wasser, niedrigere Preise, bessere Infrastruktur usw. Die Liste ist ja schier endlos. Und nach den Wahlen bleibt dann alles hübsch beim Alten. Ja was hat der dumme Deutsche Michel denn da gedacht? Das sich was ändern würde? Dann hätte man ja eine populistische Politik und die will natürlich keiner, weil man sich natürlich nicht nachsagen lassen möchte, man wäre ein Populist – ist ja klar, wenn die Medien den Begriff immer so negativ darstellen.
Populismus betont den Gegensatz zwischen dem „Volk“ und der „Elite“ und nimmt dabei in Anspruch, auf der Seite des „Volkes“ zu stehen. Auf so eine Idee käme unsere Regierung natürlich überhaupt nicht. Mann, da haben wir aber noch mal Glück gehabt!

Bleiben Sie mir gewogen
Dr. Peter Echevers H.

 

   
Das Schatzkästlein

Im letzten Jahrhundert lebte ein bekannter und berühmter Arzt in China, der allerdings mehr Zeit dem Studium der medizinischen Wissenschaften gewidmet hatte, als den Lebensunterhalt zu verdienen, und so kam es, dass er zum Zeitpunkt seines Todes seine Familie ohne Erbe und finanzielle Absicherung zurückließ. Bevor er jedoch starb, rief er seine Frau und seine Kinder zu sich. Er übergab ihnen eine verschlossene und wohl versiegeltes Schatzkästlein und sagte: "Hier drin wird das Geheimnis der Langlebigkeit und eines gesunden Lebens verwahrt, es ist das Ergebnis meiner Forschungen und Studien während meines ganzen Lebens. Allerdings ist die Zeit noch nicht reif, das Geheimnis zu offenbaren Aber eines Tages, wenn ich längst von dieser Welt gegangen bin, wird jemand kommen und nach genau dieser Schachtel fragen. Er soll die Schachtel öffnen dürfen und das Geheimnis soll ihm offenbart werden."

Nach ein paar Jahren besuchte ein Millionär die Familie des berühmten, verstorbenen Hausarztes. Er hatte seine Gesundheit verloren, ebenso seinen Glauben an den Sinn des Lebens. Weil er von der Existenz des versiegelten Schatzkästleins  des berühmten Arztes gehört hatte und dass dort das Geheimnis der Gesundheit und der Langlebigkeit enthalten sei, war er bereit, die Hälfte seines Vermögens im Austausch für die Schachtel herzugeben.

So empfing die Familie des verstorbenen Arztes dann doch noch die Früchte seiner Studien und lebte fortan in Wohlstand und großer Zufriedenheit. Der Millionär hingegen wurde gesund und glücklich, erholt sich, auch der Glaube an den Sinn des Lebens stellte sich wieder ein bei ihm und nur, weil er sich strikt an jedes Wort des Geheimnisses hielt, welches ihm offenbart worden war.

Auf einem Stück Pergament – welches der ganze Inhalt des Kästleins war, stand geschrieben: "Alles, was ich in meinem ganzen Leben gelernt habe, kann ich in diesen Worten zusammenfassen: Die meisten heutigen Krankheiten sind die direkte Folge einer schlechten Ernährung. Essen Sie also, so wenig wie möglich und kauen sie lange und gründlich jeden Bissen, damit der Magen nicht überlastet wird. Bewahren Sie sich einen kühlen Kopf und achten Sie auf stets warme Füße. Dann und nur dann verschwindet jede Krankheit aus Ihrem Leben. Verschwenden Sie keine Zeit auf der Suche nach Medikamenten, sondern versuchen Sie, in der Natur selbst die wahre Nahrung für Ihren Körper und Ihre Seele zu finden."

Ich denke, die Tatsache, dass der Millionär für diese wenigen Hinweise bereit war, die Hälfte seines Vermögens herzugeben, war ihm Grund genug, die erhaltenen Lehren wertzuschätzen und sich strikt an die Anweisungen zu halten. Mit Erfolg, wie wir lesen konnten.

Es gibt eine Menge Leute, die die Wahrheit klar und deutlich vor sich sehen und dennoch die Wahrhaftigkeit und Weisheit in diesen wenigen Regeln nicht wahrzunehmen in der Lage sind, geschweige denn, diese wenigen Regeln zu befolgen.  Gerade heute gibt es viele Fälle von Erkrankungen, die ausgelöst wurden durch übermäßige Ernährung, während die Menschen früher eher an Mangelernährung erkrankten.

Alle chronischen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Leberverhärtung, Gicht, Arteriosklerose, Lähmungen, Schlaganfall und Herzerkrankungen haben als Ursache eine übermäßige, falsche und zu schnelle Ernährung. Das bedeutet, wir essen zu viel, wir essen keine gesunden Lebensmittel und wir essen zu schnell.

Unter den alten Königen und Kaisern, lebten nur wenige mehr als vierzig Jahre. Die Ursachen dafür waren Homosexualität, sexuelle Ausschweifungen künstliches und viel zu stark gewürztes Essen.

Diabetes und Arthrose werden auch als Krankheiten der Könige bezeichnet und der moderne Mensch verkürzt damit seine durchschnittliche Lebenserwartung auf die der damaligen Herrscher.

Die Menge an Kalorien, die meine Familienmitglieder täglich verbrauchen, liegt bei nur 1.200 bis 1.500. Wir kauen die Lebensmittel lange und ausreichend dadurch wird die Nahrung vom Körper nahezu vollständig aufgenommen. Es besteht weniger Bedarf an Kalorien, wenn die Nahrung gut gekaut wird. Diese 1200-1500 Kalorien, wenn sie vollständig vom Körper aufgenommen werden, sind selbst für Kinder im Wachstum absolut ausreichend.

Ein weiteres Gesundheitsprinzip ist gut auszuscheiden. Es ist wichtiger, als gutes Essen. Manche Menschen essen immer weiter, selbst wenn sie tagelang nichts ausgeschieden haben. Die Folge ist, dass der Körper übervoll ist mit Schmutz und Giften, vergleichbar mit einem verstopften Abwasserkanal.

   
Heimat

Was ist das, Heimat? Der geografische Zufall allein schafft keine Heimat. Es sind Düfte, Geräusche, es ist die Sprache, in jedem Fall ist es Geborgenheit, eine Zuflucht vor dem Irrsinn der Tage. Kann Heimat überall sein, wo man Freunde findet, Rettung in der Musik oder in Büchern? Und was macht das mit einem Menschen, wenn ihm die Heimat geraubt wird?

Kann man Heimat verlieren? Kann man Heimat wiederfinden?

Wo ist meine Heimat, wenn der Vater aus Deutschland, die Mutter aus Panama kommt und man selbst in Frankreich auf die Welt kam?
Wo empfindet man Heimat, wenn man durch die Welt gereist ist und eines Tages in einem fernen Land sesshaft wurde?
Was ist mit der zerstörten Heimat geschehen, die man hatte verlassen müssen?

Ist Heimat nur da, wo ich meine Kindheit verbrachte oder ist Heimat da, wo ich meine Freunde und meine Familie habe?
Heimat an einem Ort festzumachen, in welchem man durch einen geografischen Zufall auf die Welt kam, mag vielleicht nostalgisch sein, aber wenn man an diesen Ort nahezu gar keine Erinnerungen hat, was bleibt dann von der „Heimat“ übrig? Muss man den Begriff „Heimat“ dann auf ein ganzes Land ausweiten, um dem Wort gerecht zu werden? Heimat kann also ein Ort sein, kann ein ganzes Land sein. Kann Heimat auch ein ganzer Kontinent sein? Wäre es da nicht nur logisch und gerecht, als Mensch den Planeten Erde zu seiner Heimat zu erklären und im selben Atemzug allen Menschen dieses gleiche Heimatrecht einzuräumen?
Heimat ist bestimmt nicht da, wo einem Gewehrkugeln und Bomben um die Ohren fliegen und man keine hundert Meter gehen kann, ohne auf eine Mine zu treten. Heimat hatte nie mit Angst und Sorge, sondern immer mit einer gewissen Geborgenheit und Frieden zu tun.
Heimat ist Erinnerung, Heimat sind die Düfte und der Klang der Sprache, die man versteht. Heimat kann im Backfischgeruch eines Weihnachtsmarktes empfunden werden, oder dem Duft der heißen Seifenlauge in Mutters alter Waschküche.
Heimat ist etwas in uns, was man uns nicht mehr wegnehmen kann, was man uns nicht mehr kaputt machen kann. Heimat ist ein heiler Teil unseres Lebens. Schöne Erinnerungen, und Erlebtes formen sich in unserem Gedächtnis zu einem Teil unseres Seins, bestimmt beschönigt, bestimmt idealisiert und ganz bestimmt erst im Nachhinein mit einem Schuss Wehmut und Sehnsucht erfüllt; erlebt aber nun unerreichbar und unwiederholbar geworden.
Die friedlichen Tage, wie wir heute erleben dürfen, das frohe Zusammensein in einem Verein oder beim Mittwochsskat. Die duftende Brezel, das herbe Bier, die sinnigen Späße alter Männer, in ein paar Jahren kann auch das unwiederbringlich geworden sein und sich in ein Stück Heimat verwandelt haben – ganz unabhängig von einem Ort, einem Land.
Heimat kann man verlieren, wenn man sie an einem Ort festmacht, Heimat kann man finden, wenn man sie an einem neuen Ort festmacht. Aber Heimat ist auch ein Klang, die Musik, die uns geprägt hat, sind die Bücher, die wir gelesen haben. Heimat kann zu einer Zuflucht werden, in die wir uns jederzeit gedanklich zurückversetzen können, um die alten Gefühle noch einmal nachzuempfinden.
Heimat ist ganz bestimmt mit Sicherheit verbunden, mit Wohlfühlen, mit gerne wiedererleben wollen. Für das Vaterland hat so mancher brave Mensch sein Leben hingeben müssen, die Heimat hat das nie von jemandem verlangt.